Wie kann uns das Licht von Sternen erreichen, die Millionen Lichtjahre von uns entfernt sind, wenn die Bibel behauptet, daß das gesamte Universum nur ein paar tausend Jahre alt ist?

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Stars - Lagoon Nebula (photo copyrighted).

Einige Sterne sind Millionen - sogar Billionen - von Lichtjahren entfernt. Da ein Lichtjahr die Entfernung ist, die das Licht in einem Jahr zurücklegt, bedeutet dies dann nicht, daß das Licht, welches wir von so einem Stern empfangen, Millionen von Jahren unterwegs war, um zu uns zu gelangen?

Trotz all der biblischen und wissenschaftlichen Beweise für eine erst kürzlich zurückliegende Schöpfung ist dies ein Problem, dem man sich mit gesundem Menschenverstand stellen muß. Momentan gibt es keine ganz zufriedenstellende Erklärung, die von der Mehrzahl der Creationswissenschaftler akzeptiert wird. Deshalb werden an dieser Stelle verschiedene Erklärungsversuche unternommen.

Das erste, auf was man deutlich hinweisen sollte, wenn man mit so einem offensichtlichen Konflikt zwischen dem Augenzeugenbericht des Schöpfers und einer scheinbar sehr vernünftigen Schlußfolgerung, die aus der wissenschaftlichen Beobachtung heraus gewonnen wurde zu tun hat, ist eine Tatsache, die häufig übersehen wird. Nämlich, daß wir nicht wirklich ein sehr altes Universum beobachten. Wir beobachten bestimmte Fakten, aber aus selbigen können wir nur auf ein Alter des Universums schließen, wenn wir bestimmte Annahmen machen. Obwohl diese Annahmen durchaus vernünftig sein können, sind sie nichtsdestotrotz nur Annahmen und wir sollten sorgsam jede einzelne von ihnen mit großer persönlicher Selbstbeschränkung unter die Lupe nehmen, denn wir dürfen niemals vergessen, daß nur Gott selber über ein unendliches Wissen verfügt. Die Geschichte der Wissenschaft hat gezeigt, daß das, was als sicher und bewiesen in einer Generation galt, durch neue Information in der darauffolgenden verworfen wurde. Wissenschaftliche Theorien scheinen schlüssig zu sein, bis neugewonnene Fakten diese Theorien zu Fall bringen. Während der zurückliegenden Zeitgeschichte haben wir oft von Kritikern gehört, daß “die Bibel unrecht hat”, da gesichertes Wissen die Bibel widerlegt. Letztendlich hat aber die Bibel noch jedesmal, wenn neue Beweise ans Licht kamen, bewiesen, daß sie recht hat.

Die Annahmen, die durch die Beobachtung von Licht benützt werden, um davon ein altes Universum abzuleiten sind wie folgt:

Annahme 1 - Die riesigen Entfernungen zwischen den Sternen sind real.

Credit: NASA; ESA; G. Illingworth, D. Magee, and P. Oesch, University of California, Santa Cruz; R. Bouwens, Leiden University; and the HUDF09 Team
click photos to ENLARGEHubble Extreme Deep Field released by NASA on September 25th, 2012. Credit: NASA; ESA; G. Illingworth, D. Magee, and P. Oesch, University of California, Santa Cruz; R. Bouwens, Leiden University; and the HUDF09 Team.
  • Je weiter weg man geht, desto indirekter werden die Meßmethoden. Aber selbst wenn man eine große Fehlerspanne für die am weitesten entfernt liegenden Sterne zugrunde legen würde, ist dies nicht wirklich relevant, da ein biblischer Zeitplan nur 6 bis 10 tausend Jahre zuläßt. Selbst unsere eigene Milchstraße mißt ca. einhunderttausend Lichtjahre im Durchmesser. Das Universum muß sehr groß sein, um die hohe Anzahl von Galaxien, die sichtbar sind, unterzubringen.

  • Der Physiker Dr. Russell Humphreys hat eine interessante Möglichkeit vorgestellt. Er weist darauf hin, daß die richtige Fragestellung lauten muß, wie weit weg die Galaxien waren, als das Licht sich auf seine Reise begab… Die Bibel spricht davon, daß Gott die Himmel weitete oder auseinanderzog. (Isaiah 42:5, 45:12, 51:13; Jeremiah 10:12). Da diese Himmel (in diesem Zusammenhang auch die “himmlischen Heerscharen” genannt) vor den Sternen und Planeten geschaffen wurden, bezieht sich dieses Auseinanderziehen des Himmels wahrscheinlich auf die Ursubstanz der Schöpfung. Gemäß Dr. Humphrey existiert eine Lösung zu Einsteins Gleichungen, die eine sehr schnelle Ausbreitung von Raum und Zeit erlaubt, und von der alle darin enthaltenen Objekte betroffen sind. Dr. Humphreys Theorie ermöglicht die Vorstellung, daß das Universum sich zu seiner jetzigen Größe in weniger als 6000 Jahren aufblähte. Dementsprechend begann das Licht seine Reise zu einer Zeit, als die Galaxien viel dichter beieinander waren (also auch viel kleiner und weniger energetisch als heute waren). So eine Ausbreitung würde alle Materie symmetrisch betreffen und wäre nicht “im Inneren” der Galaxis zu entdecken. Jedoch könnte es der Grund für die beobachtete Rotlichtverschiebung des Lichtes sein.

Annahme 2 - Wir wissen, wie sich Licht im Weltraum fortbewegt.

  • Sich auf so eine Behauptung zu versteifen ist schon sehr gewagt, besonders, wenn man die vielen grandiosen Entdeckungen der modernen Physik und den darausfolgenden Schlüssen in Erwägung zieht - Wurmlöcher, Zeitreise, die Erschaffung von Quantenuniversen, gekrümmter Raum, etc. Im Jahre 1953 z.B. schlugen Dr. Moon und Dr. Spencer, keiner von beiden ist Creationist, vor, daß Licht von anderen Sternen entlang gekrümmter Bahnen in einem mathematischen Regelwerk reist, welches auch als der sogenannte Riemannian Raum bekannt ist. Wenn dies der Fall wäre so wurde argumentiert, dann würde das Licht der am weitesten entfernt liegenden Sterne die Erde in weitaus weniger als 20 Jahren erreichen. Vergessen wir nicht, daß die Wissenschaftler nicht versuchten, eine kürzliche Erschaffung der Erde zu beweisen, oder gar die Bibel zu unterstützen.

  • So eine Theorie ist offensichtlich schwer zu beweisen, wurde aber auf Grund von Beobachtungen kritisiert. In einem Artikel in einem Journal für Creationisten argumentiert V. Bounds, daß, wenn so eine Theorie wahr wäre, man mehrfache Abbilder von allen sichtbaren Objekten am Himmel sehen würde. Bis heute hat ein Widerspruch zur dieser Theorie unsres Wissens jedoch nicht stattgefunden.

Annahme 3 - Das Licht ist während der gesamten Geschichte des Universums mit der gleichen Geschwindigkeit gereist.

  • Offensichtlich ist diese Annahme nicht zu beweisen, so logisch sie auch am Anfang erscheint. Wenn Licht schneller in der Vergangenheit war, dann wäre es möglich, daß die Sterne sehr jung und gleichzeitig sehr weit voneinander entfernt sind. So etwas könnte erreicht werden, in dem sich entweder die Geschwindigkeit des Lichtes selber kurz nach dem Schöpfungsakt änderte, oder anders als heutzutage war. Dies kann hervorgerufen worden sein durch ein uns heute unbekanntes physikalisches Phänomen, welches die Beschleunigung des Lichtes negativ beeinflußte und es dadurch langsamer wurde und die heutigen asymptotischen Werte erreichte, was nicht ungewöhnlich für die heutige Quantenphysik ist. Das Licht, welches wir heute von entfernten Sternen empfangen, hätte so am Anfang der Schöpfung, obwohl es heute langsamer ist, viel schneller reisen und somit größere Entfernungen in kürzerer Zeit zurücklegen können.

  • In diesem Zusammenhang ist es interessant, das ein russischer Professor namens Troitskii und Anhänger der Evolutionstheorie eine Arbeit in der angesehenen Fachzeitschrift Astrophysics and Space Science im Jahre 1987 veröffentlichte und in welcher er behauptete, daß die Beobachtungen die relevant für die Kosmologie sind (wie die Rotlichtverschiebung und die Hintergrundstrahlung, von denen beide als Beweis für den Big Bang genommen werden) weitaus besser zu verstehen wären, rührten sie von einer Veränderung in der Konstante c (Lichtgeschwindigkeit) her. So eine Theorie kann man heute nicht mehr direkt prüfen, aber es ist möglich, von einem indirekten Standpunkt zu überprüfen, wie konsistent diese Theorie mit heutigen Entdeckungen ist. Unglücklicherweise hat die Big Bang Theorie, trotz einer zunehmenden Anzahl Kritiker, einen so übermächtigen Zugriff auf die Vorstellungskraft der Kosmologen, daß alternative Erklärungen von den Kritikern kaum überprüft werden… Troitskiis Arbeit spielt sich in Zeiträumen von 10 Milliarden Jahren ab, aber der wichtigste Punkt, den man bedenken muß, ist, daß seine Behauptung nicht ein einziges etabliertes physikalisches Gesetz bricht.

  • Sehr interessant ist auch ein Artikel, welcher von den Creationisten Norman und Sutterland im Jahre 1987 veröffentlicht wurde. Sie sammelten alle bekannten Meßdaten für c der letzten 300 Jahre. Sie behaupten, daß nach Auswertung der Meßdaten festgestellt wurde, daß c während dieser Periode nicht konstant war, sondern bis zum Jahre 1960 ständig abnahm, um dann wieder konstant zu werden. Sie zitieren eine Anzahl statistischer Tests, die verneinen, daß c zu dieser Zeit eine Konstante war…

  • So ein radikaler Vorschlag löst eine große Anzahl von Fragen und potentiellen Problemen in etlichen wissenschaftlichen Gebieten aus. Einige wurden zufriedenstellend von Befürworten dieser Hypothese beantwortet, einige jedoch nicht. Hoffentlich werden zukünftige Arbeiten diese Angelegenheiten klären, obwohl eine Zurücknahme von Förderungsmitteln für Creation-orientierte Untersuchungen u.U. bedeuten, daß dies mehrere Jahrzehnte dauern kann. In der Zwischenzeit schlagen wir vor, daß man mit Bedacht an diese Theorien herangeht, bevor man sie als gültig annimmt oder verwirft.

Annahme 4 - das Universum hätte nicht diese vollkommene Funktionalität, wenn die Bewohner der Erde das Licht aller Sterne schon von Anfang an hätten sehen können.

  • Damit behauptet man, daß Gott nicht der Gott unendlicher Macht ist. Die biblische Schöpfung ist per Definition ein Wunder, die Prozesse in Gang setzte, die heute nicht mehr am Wirken sind. Gott ist sicher nicht abhängig von den physikalischen Gesetzen, die wir in der Gegenwart seit der Schöpfung beobachten. Er hat diese eigenhändig eingesetzt. Zu sagen, daß Gott nicht in der Lage wäre, ein Universum zu erschaffen, welches jung und groß zur gleichen Zeit war, heißt nicht nur die besondere Natur, die in der Heiligen Schrift offenbart wird, herauszufordern, sondern auch die Tatsache einer jungen Schöpfung, die im Wort selber manifestiert wird, anzuzweifeln.

  • Das wir uns das “wie” nicht vorstellen können, ist wieder eine ganz andere Sache. Zum Beispiel ist es leicht zu sagen, daß der Herr das Lichtbündel, das von den Sternen zu uns gelangt, so erschaffen hat, daß da keine Zeitverschiebungen darin enthalten ist und es sofort aus den Tiefen des Universums zu uns gelangte. Aber dies würde uns wiederum vor folgendes Problem stellen: Vergegenwärtigen wir uns einmal, daß wir mit unseren Teleskopen einen Stern beobachten, der eine Million Lichtjahre entfernt ist, und wir bemerken, daß dieser explodiert. Dies bedeutet, daß das Licht, welches uns nun erreicht, die Information dieses Geschehens enthält. Nun verfolgen wir diesen Teil des Lichtbündels ( wir nennen es “ex” für Explosion) zurück in der Zeit entlang dieses Lichtbündels. An dem Punkt in der Zeit, der mit der Schöpfung zusammenfällt (vor 6 bis 10 Tausend Jahren) hat man eine Entfernung zu dem Stern erreicht, die nur noch ein Prozent der ursprünglichen Entfernung zu diesem Stern beträgt. In anderen Worten ist man diesem Stern bis auf wenige hunderttausend Kilometer nahe gekommen, da wir ja das Lichtbündel, welches die Erde erreichte, rückwärts verfolgten. Das wiederum bedeutet, daß der “ex” Teil des Lichtbündels, welches die Reise zu der Erde antrat, an dieser Stelle begann und nicht während der Explosion im Stern selber, was natürlich so keinen Sinn macht, denn das würde bedeuten, daß die Information der Explosion in den Lichtstrahl hineingelegt wurde, so daß wir etwas als wirklich geschehen annehmen, was in Wirklichkeit vielleicht niemals stattgefunden hat. Die Vorstellung, daß die Betrachtung von Vorgängen, die weiter weg als 10000 Lichtjahre liegen, nicht zwingend an die physikalische Realität gebunden sind, ist sowohl für einen religiösen oder auch wissenschaftlichen Standpunkt beunruhigend.

  • Trotz all der Diskussionen kann man sagen, daß das Universum als voll funktionsfähige, ausgereifte Einheit erschaffen wurde. Die Sterne, die am vierten Tag geschaffen wurden, waren für den Menschen gemäß der Heiligen Schrift, zur Navigation und Zeiteinteilung bestimmt. Es gibt keinen Grund zu glauben, daß Adam und Eva vier Jahre warten mußten, damit der erste Stern sich sozusagen einschaltet. (der nächste Stern ist vier Lichtjahre entfernt) Auch sehen wir nicht neue Sterne, die sie sich plötzlich am Himmel, etwa wie eine Glühlampe, anknipsen, wenn ihr Licht schließlich die Erde erreicht. Das Modell, welches früher von Dr. Humphreys erwähnt wurde, könnte uns ein besseres Verständnis dafür geben, wie Licht ursprünglich erschaffen wurde.

Wir hoffen, daß eine ausreichende Diskussion stattgefunden hat, um dem werten Leser verständlich zu machen, daß das offensichtliche Problem eines jungen aber riesigen Universums eine Anzahl von möglichen Lösungen beinhaltet. Änderte sich die Lichtgeschwindigkeit? Ist die Lösung in einer “Ausweitung” des Weltraumes, wie in den Heiligen Schrift beschrieben, zu suchen? Vielleicht war es sogar eine Kombination dieser Faktoren? Oder wurde eine grundsätzlich verschiedene Methode während der Schöpfungswoche angewendet, um ein in sich schlüssiges Universum zu erschaffen, eine Methode vielleicht, die wir nie erforschen werden? Was immer die Antwort sein möge, Glaube in das offenbarte, unveränderliche Wort Gottes, ist der einzig richtige Anfangspunkt für solche Untersuchungen und Überlegungen.

Zum weiteren Lesen empfohlen

Starlight and Time: Solving the Puzzle of Distant Starlight in a Young Universe, by Dr. Russell Humphreys, Master Books, 1994

Aus The Answers Book, angepaßt, by Ken Ham, Andrew Snelling and Carl Wieland, published by Master Books, 1992.

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