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Die Bühne für diese Tragödie wurde ein paar Jahre zuvor geschaffen in einer Zeit, die im allgemeinen als die Reformation bezeichnet wird. Während der Reformation wurde die Autorität der katholischen Kirche in Frage gestellt. Kirchenmänner und Laien warfen Rom vor, den Pfad des wahren Glaubens verlassen zu haben. Die Reformation erschütterte die Kirche direkt am Fundament ihrer Macht und sie verlor infolge viel von ihrem Einfluß in der Welt. Nach dem Konzil von Trentino legte die katholische Kirche schließlich eine Liste der für die Gläubigen weltweit verbotenen Bücher und Schriftstücke vor. Diese enthielt auch jene Bücher, die die traditionelle Auslegung der Heiligen Schrift in Frage stellten. Ironischerweise gehörten jedoch die traditionellen Anschauungen, denen sich Galileo widersetzte, zu Aristoteles und nicht zur Exegese (Wissenschaft der bibl. Auslegung). Heidnische Philosophie hatte sich während der Zeit Augustinus mit der traditionellen, katholischen Lehre verwoben. Aus diesem Grund war auch das dogmatische Beharren auf Traditionen durch die katholische Kirche der Angriffspunkt der Kritik und nicht die Bibel selber. So stand Papst Urban VIII Galileo durchaus aufgeschlossen gegenüber und war nur nicht Willens, sich gegen die Flut der kontroversen Argumente zu stellen. Tatsächlich scheint ein Großteil der Verfolgungen von intellektuellen Wissenschaftlern ausgegangen zu sein, die ihr Monopol der wissenschaftlichen Autorität im Erziehungs- und Lehrwesen als bedroht ansahen. Zu Zeiten Galileos wurde die Erziehung im wesentlichen von Jesuiten- und Dominikanermönchen dominiert. Einer der wichtigsten Punkte in “Galileos Bedrohung” der Erziehung war, dass er seine Schriften in Italienisch und nicht in Latein, der offiziellen Sprache der Gelehrten, veröffentlichte. Galileo wollte, dass seine Ideen vom einfachen Volk verstanden werden konnten und hoffte, sie würden auf diese Weise vielleicht langsam die pädagogischen Institutionen durchdringen. Aus diesem Grund sahen die etablierten wissenschaftlichen Autoritäten Galileo als Feind an und sie verfolgten ihn mit der ganzen Macht ihres Einflusses In vielen Punkten ähnelt die historische Kontoverse zwischen Kreation und Evolution Galileos Konflikt, nur mit verkehrten Rollen. Im 16. Jahrhundert war der christliche Glaube die vorherrschende Philosophie und die katholische Kirche dominierte das Erziehungswesen. Menschen, die sich wie Galileo hingebungsvoll der Suche nach der Wahrheit hingaben, fanden sich sehr schnell in den unbarmherzigen Armen jener Autoritäten wieder, die sich von ihnen bedroht fühlten. Im Verlauf des 20. Jahrhunderts begann die Theorie des Naturalismus zu dominieren und die Wissenschaft gewann an Einfluß. Es ist immer wieder zu beobachten, wie die Mehrheit (unabhängig davon, ob sie im Recht ist oder nicht) jene verfolgt, die es wagen, ihre “traditionellen” Theorien in Frage zu stellen; heutzutage wird die fragwürdige Theorie der Evolution angegriffen. Die Lektion, die von Galileo zu lernen ist, so scheint es, ist nicht, dass die Kirche zu sehr an den biblischen Wahrheiten festhielt. Vielmehr hat sie nicht stark genug daran festgehalten. Sie ließ zu, dass griechische Philosophie ihre Theologie beeinflusste und hielt sich lieber an Traditionen als an die Lehren der Bibel. Wir müssen stark an der biblischen Doktrin festhalten, die durch die sichere Methode der Exegese etabliert wurde. Wir dürfen niemals mit Dogmen zufrieden sein, die auf philosophischen Traditionen aufgebaut sind. Die Bibel ist die einzige unfehlbare, durch den Geist Gottes inspirierte Offenbarung Gottes. Motiviert durch die Liebe zu Gott und Seinem Wort muß der Gläubige jeden seiner Gedanken am Standard der Bibel messen. Gedanken, die vernünftigen biblischen Lehren entgegenstehen, müssen aufgegeben werden. Dies muß das Ziel eines jeden echten Gläubigen werden. Wäre es in Galileos Tagen erreicht worden, hätte dies der katholischen Kirche geholfen, mittels einer friedlichen und vernünftigen Lösung die traditionellen nicht-christlichen Philosophien abzustreifen.
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